Die Kirsche auf der Sahnetorte

Das Jahr liegt nun hinter uns und es lässt sich mit einer Sahnetorte vergleichen. Wie es bei der Sahnetorte verschiedene Teig-, Schoko-, und Fruchtschichten gibt können wir unser Jahr auf verschiedenen Ebenen betrachten.
Blog Juli 2 (2)Den Tortenboden bildet unsere Gemeinschaft (oder auch Kameradschaft, siehe Foto), in der wir uns die ganze Zeit über  Kraft und Rückhalt gaben. Während des Jahres wurden immer mehr Zutaten dazugerührt, die den Teig verfeinerten. Zum Beispiel  unsere beiden Mentoren  Moritz und Tomi, die einmonatige Praktikantin Marthe, unsere Mitbewohnerin Vlora und unsere Mitfreiwilligen.
Blog Juli 2 (1)Die Schokoschicht bildet unser inneres Ich, das durch das Wachsen unserer Gottesbeziehung geprägt ist. Wir konnten die ein oder andere Mousse au Chocolat, aber auch Bitterschokoladenseite an uns entdecken. Die Fruchtschicht kann mit unserer Arbeit verglichen werden. Mit zuckersüßen Pfirschichkindern, frischen Weintraubenkollegen und  Stachelbeerherausforderungen, die ein bisschen gepiekst haben.
Dieser Obstmix wurde durch  das  gemeimschaftliche Geleeziel zusammengehalten.

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Das Wetter als die Sahnehaube war einfach immer da.
Als Topping die Kirsche: das Sommercamp „Schmetterlinge in Tranzit“. Am Ende fand Bild Schmetterlingeein großes Loyola-Tranzit Fest in Form eines Straßentheaters statt. Das Theaterstück für die Aufführung wurde in den 2 Wochen vorher geschrieben und einstudiert. Mit dabei waren Schüler vom Loyola Gymnasium und der Grundschule, Schüler einer Schule aus Albanien, (alle) Tranzit Kinder und Jugendliche, eine Tanzgruppe aus dem Norden Kosovos und Gästen aus Deutschland, IMG_2183Rumänien  und Österreich.  In dem Leitungsteam saßen wir mit Tomi und Moritz, 3 Theater- und Kunststudenten, Musiklehrerern aus Loyola Tranzit, einemTanzlehrer, dem Erzieher der Schülergruppe aus Albanien und Gerry, einem Jesuiten, der im Rahmen seiner Ausbildung einen Monat in Tranzit mitgelebt hat. So waren wir eine Gruppe von über 130 Mitwirkenden aus verschiedenen Winkeln der Welt, die gemeinsam spielten, tanzten, lernten, wuchsen, lachten und Freundschaften schlossen. Die verschwindenen Winkel zeigten sich nicht nur durch die verschiedenen Herkunftsländer wie Kosovo, Albanien, Deutschland,..  Sondern auch durch die verschiedenen Ethnien wie Bild Blog Julibeispielsweise Albaner, Roma, Ashkali und Deutsche und auch durch die unterschiedlichen Religionen wie dem Islam und dem Christentum. Die Verwirklichung dieser Zusammenstellung sehen wir als Ergebnis unserer Arbeit des vergangenen Jahres, in der wir ausgehend vom Gymnasium Loyola Brücken zum Ashkaliviertel Tranzit bauten, an der sich immer mehr Bauarbeiter beteiligten. Die Premiere war in Tranzit. Ein Höhepunkt war die Schlussszene bei der Aufführung, in der Innenstadt Prizrens, als alle Schauspieler und das Publikum gemeinsam wie   Protestierende auf der Brücke saßen und für die Aufführung, für das Zusammenleben statt Ausgrenzen applaudierten. Mit der Präsentation wurde auch der Titel des Camps „Schmetterlinge in Tranzit“ wieder aufgegriffen, denn wie  Schmetterlinge, die frisch aus ihren Kokons schlüpften, zeigten die Kinder ihre bunten Talente und neugelernten Fähigkeiten.
Damit unsere kleinen Schmetterlinge mehr Raum zum Fliegen bekommen, ist ein Umzug  geplant. Von dem einen Projektraum in Tranzit, wo bis jetzt Kindergarten, Alphabetunterricht, Musikschule und Sprachunterricht am selben Ort stattfinden, wollen wir in ein neues Haus fliegen, dessen Bauplan gerade abgeschlossen ist. Dafür bitten wir um Ihre Mithilfe, welche bei einer finanziellen Unterstützung des Hausbaus konkretisiert werden könnte.

Auch wir ziehen um.
Ich, Eva, werde in wenigen Tagen wieder bei meiner Familie sein und dann im Oktober das Studium der Ergotherapie beginnen.
Ich, Paddi, werde noch einige Wochen in Rumänien bleiben und während der Arbeit in einem Tierheim für Straßenhunde Erfahrungen für mein anschließendes Tiermedizin- oder Umweltstudium sammeln.
Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für Ihr Mitlesen und Mitbegleiten bedanken und freuen uns  schon sehr auf den baldigen persönlichen Austausch!
Tung, tung und bis bald,
eure Evi und Paddi ausm Kosovo

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Schöpfung

Am Montag überraschten mich die Grundschullehrer bei einem gemeinsamen Schuljahresendeabendessen mit einem wunderschönen Video, welches die Stationen der Nachmittagsbetreuung zeigt. Angefangen mit Gestaltung der Räume, Spieleplanung und erstem Kennenlernen über rauchende Köpfe bei den Hausaufgaben, gemeinsames Spielen, Basteln bis zu weihnachtlichem Keksebacken, Ostereiersuchen und  Musiknachmittagen.
Nächstes Jahr soll die Nachmittagsbetreuung mit der Eröffnung des zweiten Schulgebäudes weiter vergrößert werden.
Wir saßen lange zusammen, um zurück-und nach vornezuschauen, miteinander zu reden und zu lachen und uns schließlich sehr herzlich voneinander zu verabschieden.
Und es ward Abend und es ward Morgen: erster Tag.

Am Dienstag trafen wir uns mit dem interkulturellen Einsatzberater der deutschen Soldaten im KosovoWir lernten uns bei verschiedenen Ereignissen, wie beispielsweise die Feier zum 3. Oktober oder die gemeinsame Osterwanderung kennen. . Jetzt gleichzeitig gehen unsere jeweiligen Auslandseinsätze zu Ende. Das nächste Treffen wird dann wohl in Deutschland sein.
Bei einem gemütlichen Abendessen konnten wir auf unsere jeweiligen Auslandserlebnisse zurückblicken und unsere Erfahrungen austauschen.
Und es ward Abend und es ward Morgen: zweiter Tag.

Am Mittwoch verabschiedeten wir uns bei unserem Kosovo-Opi und unserer Mitbewohnerin Vlora bei einem gemütlichen „Familienabendessen“. Dieses Abendessen war der Abschluss regelmäßigen Austauschabende, auf die wir immer sehnsüchtig warteten. Zum letzten Mal konnten wir -wie auch beim ersten Mal aufgrund der schönen Sommertemperaturen wieder draußen sitzen.
Und es ward Abend und es ward Morgen: dritter Tag.

Am Donnerstag saßen wir mit einem Deutschkollegen bei einem sun-downer auf seiner Dachterasse, um auch ihm Tschüss zu sagen.  Er hat als deutscher Fachschaftsberater gleichzeitig mit uns vor einem Jahr am Loyola Gymnasium angefangen. So war es sehr interessant, dass wir uns als Immigranten über unsere Erfahrungen und Eindrücke der kosovoarischen Kultur und Mentalität austauschen konnten.
Und es ward Abend und es ward Morgen: vierter Tag.

Am Freitag endete das Schuljahr des Gymnasiums mit Ehrungen vor versammelter Schulgemeinschaft.  Dort war es auch an der Reihe den Schülern zu danken, die sich in Loyola-Tranzit engagieren. Diese wiederum überreichten uns ein signiertes Bild, welches wir als Erinnerung mit nach Hause nehmen dürfen.
Und es ward Abend und es ward Morgen: fünfter Tag.

Am Samstag war ich gemeinsam mit den aktuell sechs Erziehern und drei Helferinnen mit unseren Kindergartenkindern gemeinsam im Zoo. Einige der Tiere, die wir zuvor im Kindergarten kennengelernt hatten, sahen die Kinder so das erste Mal in echt, zum Beispiel den Affen. Im Zoo war der große Spielplatz mit Rutschen, Wippen und zahlreichen Schaukeln ein echtes Highlight für die Kinder und die Mitarbeiter! Mir selber hat es große Freude bereitet den Kindern Anschwung zu geben, ihnen auf die Rutsche zu helfen und sie dort spielen und sich gegenseitig helfen zu sehen. Wie sie Neues ausprobierten war herrlich zu beobachten: oft erst ängstlich und dann mit Mut und Begeisterung. Außerdem ist es toll, wie die jugendlichen Erzieher Verantwortung für die Kinder übernehmen und auf sie achten.
Um die Arbeit und das Engagement von meinen Mitarbeitern zu würdigen und auch um mich als ‚Chefin‘ von ihnen zu verabschieden, haben wir im Anschluss noch mit Paddi einen Ausflug in die Nachbarstadt Gjakova gemacht. Gemeinsam mit viel Zeit durch die Stadt zu schlendern und zu quatschen ermöglichte eine freundschaftliche Atmosphäre, in der wir ohne den Stress und den Anspruch während der Arbeitszeit zusammen sein konnten. Das war ein großes Geschenk für mich.
Und es ward Abend und es ward Morgen: sechster Tag.
Am Sonntag sahen Eva und Patricia auf alles was in diesem Jahr geschaffen wurde und sie sahen das es gut war. Somit ruhten sie am siebten Tag und starteten eine Urlaubstour nach Bosnien zu ihren coolen Mitfreiwilligen Đoni, Fränzi und Hanna (www.einjahranderslebeninbosnien.jimbo.com)

Gott schuf Himmel und Erde in 7 Tagen. Wir hatten eine Woche, in der wir bei verschiedenen Verabschiedungen auf Geschaffenes und Entstandenes dieses Jahres  zurückschauen konnten. Ein Jahr aus dem wir auf ganz vielen Ebenen Dinge ausschöpfen: Freundschaften, Essen, Umgang mit Herausforderungen, Verantwortung, Konflikten, Naturspektakel, Fürsorge, Spiritualität…
Es ist ein Jahr in dem wir unendlich viel wachsen konnten und das wir nun in einem 2 wöchigen Sommerlager und anschließendem Sommerfest abschließen werden.
Das war also nicht unser letzter Bericht, auf einen könnt ihr euch noch freuen!

Einladung

„Das große Fest der Roma ist heute.Autritt
Wir als Tranzit-Chor sind dabei,
Erwartet werden viele Leute.
Kommt doch auch ihr vorbei!“
Das ließen wir uns natürlich nicht entgehen,
Die brilliante Show wollten wir sehen.

„Hey, lieber Tranzit-Chor, komm her!IMG-20170520-WA0002
Ein Spiel-Sing-Nachmittag steht bereit.
Über euer Kommen freuen wir uns sehr.
Eure Kinder der Grundschul-Nachmittagszeit“
‚Der Hahn ist tot‘, das war der Hit,
da sangen alle Kinder gleich laut mit.

„Die orthodoxe Kirche ist schon geschlossen.20170525_211127.jpg
Für den Patron gabs früh `ne große Party.
Mit der Familie wird sich jetzt noch abgeschossen.
Kommt doch zu uns rein, Eva und Paddi!“
Bei einem bunten Essens- und Sprachenmix,
Verging die Zeit bei unseren serbischen Freunden super fix.

„Liebe Eltern aus Tranzit!20170528-wa0016.jpg
Wir, Erzieher, laden euch zu uns ein,
Um zu berichten was im Kindergarten geschieht.
Unser Thema soll die Entwicklung eurer Kinder sein.“
Feedback bekamen wir nach der Präsentation,
Lehrideen, Wünsche und Dank als Lohn.

 

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der traditionelle 1. Gang

„Freunde, ihr seht so hungrig aus.
Der Ramadan scheint der Grund.
Kommt doch zu uns nach Haus,
Da werdet ihr wieder dick und rund.“
Mit unseren Mitarbeitern haben wir zusammen gegessen
Und uns bei 5 Gängen in Tranzit vollgefressen.

 

 

Mit zahlreichen Einladungen war die Zeit geschmückt.picsart_06-04-12-03-13.jpg
Seit Beginn sind viele Beziehungen gewachsen.
Nun haben wir die Früchte dieser gepflückt,
vom Kaffeetrinken sind wir zum Mitleben gelachsen.
Dabei ist es nicht wichtig,
Ob gross oder klein,
Auch Religion und Ethnie sind nichtig,
Ob als Mitarbeiter oder um Freunde zu sein.

Über weitere Geschenke wollen wir berichten,
Sonderausgaben werden wöchentlich im Blog erscheinen,
diese könnt ihr in einer extra Rubrik sichten.
Bitte vor Freude und Dankbarkeit jetzt nicht weinen! 😉

Regenbogen

 

 

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Regenbogen über Tranzit (Achtung: rechts)

Rot, Orange, Gelb und Grün sind im Regenbogen drin,
mit Blau und Indigo geht es weiter auf der Regenbogenleiter
und dann noch das Violett, sieben Farben sind komplett…..
Diese haben wir diesen Monat nicht nur als Wetterphänomen am Himmel bewundern dürfen, sondern erlebten sie auch in ihrer symbolischen Bedeutung.

Rot – Aggression und Herz: 20170413_103140
Die Farbe rot kann ich, Eva, vor allem in den Stunden des Kindergartens entdecken. Es fällt oft leicht die Kinder einfach lieb zu haben und in den Arm zu nehmen. Doch es gibt für mich auch herausfordernde Situationen, zum Beispiel, wenn der Umgang untereinander aggressiv wird. Das kann ich bei meinen Erziehern, aber auch bei mir selbst beobachten. Doch genau das ist das Verhalten, das ich gerade meinen Mitarbeitern abgewöhnen will. Also ist es meine persönliche Hauptherausforderung, Ruhe und Geduld zu bewahren.

 

Orange – Freude und Feuer:20170416-WA0002-1
Wir freuten uns über die Oster-Einladung der deutschen KFOR-Soldaten. Nach einer nächtlichen Fackelprozession, die um ein Lagerfeuer endete, begrüßten wir den Ostermorgen von einem Bergplateau. Von dortaus genossen wir die über Prizren aufgehende Morgensonne. Friede, Freude, ….. Bockwurstbrötchen.
Gelb – Lichtmomente und Sonne:Autritt
Ambulena strahlt vor Freude. Sie ist 8 Jahre alt, lernt mit den Loyola-Schülern täglich das Alphabet, hat nun drei mal die Woche Querflötenunterricht und singt mit Begeisterung im Loyola-Tranzit-Kinderchor.
Vor wenigen Wochen wurde der ganze Chor vom kosovarischen Bildungsministerium dazu eingeladen, das Programm eines Roma-Fests mitzugestalten. Dort standen sie mit ihrer Performance im Rampenlicht. Es war der erste Auftritt mit Loyola-Tranzit-T-Shirts und -Banner. Der Banner zeigt das neue Logo der aufgehenden Sonne.
Grün – Hoffnung und Berge:
Nach dem langen Winter genießen wir die Wärme und die aufblühende Natur. Besonders freut es uns, dass wir wieder häufig Wanderungen machen können. Erst begleitet von Familie Horst und später von drei Freiwilligen aus Rumänien. Neben der gemeinsamen freien Zeit waren sie auch mit uns bei der Arbeit. Und anders herum wanderten wir in unserer freien Zeit auch mit unseren Mitarbeitern.

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Blau – Ruhe und Wasser:IMG-20170503-WA0029
Beides fanden wir auf einer einsamen Insel in Montrenegro, auf der wir drei Tage in Stille verbrachten. Es war für uns eine Zeit, in der wir unsere persönliche Gottesbeziehung stärken konnten. Inspieriert durch die Emmaus-Geschichte (Lukas 24) schauten wir Gott-suchend in die Vergangenheit, ins Jetzt und in die Zukunft.
Indigo – Balance und Schuluniform:IMG-20170412-WA0008
Immer mehr- mehr Projekte, mehr Basteln, mehr Schaffen. Mir, Patricia, fällt es schwer, in der Spielzeit der Nachmittagsbetreuung die Balace zwischen Selbstbeschäftigung und angeleitetem Arbeiten zu finden. Inspieriert durch Evas Erzählungen vom Montessori-Kindergarten versuche ich ihnen nun, Angebote bereitzustellen, die sie nach Wunsch wahrnehmen können. Dabei stehe ich aber noch am Anfang und vor vielen Fragen: Wie schaffe ich es, dass die Kinder in der Spielzeit nun nicht zu laut werden? Wie motiviere ich sie in solchen Situationen für ein Bastelangebot, ohne ihnen dieses als Strafe für falsches Benehmen darzulegen?

Lila – Sehnsucht und Airwaves-cool-cassis-Kaugummidose:IMG-20170409-WA0036
So sehr wir die erfahrungsreiche Zeit hier im Kosovo genießen, merken wir auch, wie sehr wir manche Dinge vermissen. Die Zeiten mit unseren Familien, als wir sie nach so langer Zeit wiedertrafen, waren sehr besonders. Doch zum Beispiel die Sehnsucht nach den persönlichen Begegnungen mit unseren Freunden bleibt immer noch groß.
Aber neben unseren Freunden und Familien, habe beispielsweise ich, Patricia, gemerkt, dass mir auch das Reiten gefehlt hat. Gemeinsam mit Cäcilia, einer anderen Freiwilligen, machte ich mich zu einem der wenigen kosovarischen Reiterhöfe auf. Im Gallop ging es über die Felder, gefühlt von Müllberg zu Müllberg, der eine wurde gerade erst angezündet. Dieses Panorama bewirkte, dass sich zwar das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde befand, aber halt nur so lange wie man nicht nach unten schaute.

…..Rot, Orange, Gelb und Grün sind im Regenbogen drin,
mit Blau und Indigo geht es weiter auf der Regenbogenleiter
und dann noch das Violett, sieben Farben sind komplett.

Denkt beim nächsten Regenbogen an uns, tung tung!
P.S.: link zum Regenbogenlied: https://youtu.be/YtmKHBRFrjk

von Langeweile keine Spur

„…Tüt tüt, der Bus Richtung Zwischenseminar hupt schon, wir müssen los…“ (Ende des letzten Beitrags)

Über das statuenübersäte Skopje (mazedonische Hauptstadt) ging es bis nach Belgrad, wo unsere Reise beinahe zu Ende war – denn beim Packen haben wir die teureren Fahrtkosten der Fernbusse unterschätzt, da unsere Inlandsfahrten von Süden bis ganz in den Norden nicht mehr als 5 Euro kosten. Schließlich ging uns in Belgrad das Geld aus. Gott sei Dank verwandelte ein Mann unsere verbliebenen 5 Euro in 10 und ermöglichte uns so die Weiterfahrt in das schöne, abgelegene Dorf  Mali Idos. Dort konnten wir uns in Gemeinschaft der Freiwilligen miteinander austauschen, entspannen, reflektieren, visionieren und dabei merken, für wie viel wir in unserem Lebensumfeld im Kosovo dankbar sein können.

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Schließlich kehrten wir wohlbehalten zurück. Uns begleiteten  Hanna und Johannes, zwei Freiwillige aus Bosnien, die für eine Woche bei uns Urlaub machten. Nach den gemeinsamen Tagen in Serbien und im Kosovo haben wir sie am Bus nicht mehr nur als Mitfreiwillige, sondern als gute Freunde verabschiedet.

Besonders angetan waren Hanna und Johannes von Tranzit, von dem es, wie nicht anders zu erwarten, ganz viel Neues zu berichten gibt.

Letztes Mal haben wir von der großen Instrumentenspende geschrieben. Jetzt hat sich daraus eine Musikschule entwickelt. Der Stundenplan umfasst mehrere Gruppen in Gitarre, Querflöte, Schlagzeug, Piano und Chor. Hier ist es eine besondere Freude, dass wir die drei zusätzlichen Instrumentallehrer durch Berat (Chorleiter und Pianolehrer) für das Projekt gewonnen haben.

Zwischen den Musikstunden gibt es nach wie vor den Alphabetunterricht. Mit einigen Lehrern, also Loyola-Schülern, habe ich, Eva, gemeinsam mit den Jesuiten Tomi, Moritz und Stefan ein Schulungswochenende in Mitrovica verbracht. In einer sehr positiven Atmosphäre haben wir eine intensive Zeit gehabt, bei der es inhaltlich nicht nur um Unterrichtsmethodik ging, sondern auch um die kniffligen Fragen ‚was genau ist Loyola-Tranzit?‘ und ‚wer lernt eigentlich was und von wem?‘
Dass die Tranzitler lesen und schreiben lernen und die Loyola-Schüler lernen, Lehrer zu sein, sind nur zwei von vielen möglichen Antworten.
Ich persönlich habe hier in den letzten Monaten auch einen riesen Lernbereich gehabt, der mich besonders in dem Punkt Leitung zu übernehmen, aber den Engagierten die Verantwortung nicht wegzunehmen, sehr herausgefordert hat…
Aufgrund einer Konzentrierung auf die ABC-Klasse, haben wir das Alternativprogramm, das einige Schüler gemacht haben, abgesetzt und außerdem die Hauptverantwortung bei uns im Team neu vergeben, sodass Tomi sich dem nun annimmt.

Die Zeit als Sprachassistentin ist mit den DSD-Prüfungen (Deutschessprachdiplom) einiger meiner Schüler für mich zu Ende gegangen.

Meine neue Mission lautet: Kindergarten am Vormittag in Tranzit. Dafür habe ich eine Woche hospitiert und daraufhin ein Konzept für eine 4 stündige Kinderbetreuung entwickelt. Gemeinsam mit drei der jugendlichen Mitarbeiter aus Tranzit und einer Früherziehungs-Studentin arbeite ich nun zusammen und wir haben eine erstaunlich gute erste Woche hinter uns gebracht, in der wir wunderbarer Weise mit den Kleinkindern nicht nur Arbeit sondern auch Spaß gehabt haben!20170404-WA0004[1]
Ich selber hätte nicht gedacht, dass es mir persönlich eine so große Freude macht Kindergarten-Tante zu sein, aber mit der besonderen Aufgabe den Kindergarten von Grund auf zu organisieren und aufzubauen, hat sich in mir eine riesige Motivation breit gemacht und ich bin enorm glücklich über diese Arbeit. Was mich selber begeistert, ist, dass ich jetzt schon selbst in vielen Punkten entdecken kann, wie viel ich hier in der vergangenen Zeit schon gelernt habe, was ich jetzt schon zum Teil automatisch umsetzte! Da geht es von der Arbeit mit den Kindern auch dahin, dass ich einen besonderen Blick für meine Mitarbeiter habe und mich aber nicht überfordert damit sehe sie anzuleiten. Und ganz wichtig als Alternative zur Arbeitszeit, dass ich auch ziemlich klare Pausen habe beziehungsweise zumindest die Zeit sie mir nehmen zu können. Das fällt mir durch den Zeitplan, der jetzt wieder ähnlicher dem aus meiner Schulzeit ist (morgens Arbeit, ab Nachmittag flexibel), sehr viel leichter.

Auch in meiner, Patricia’s, Arbeitsstelle hat sich viel getan. Besonders aufgrund meines Wunschs nach „Mitleben“ bin ich seit Anfang des Jahres nicht mehr mit im Grundschulenglischunterricht dabei, sondern besuche nun an 2 Vormittagen der Woche Familien in Tranzit. Dabei habe ich bereits gelernt, wie man Brot bäckt und Paprika richtig zubereitet oder bin mit den Kindern bei lauter Musik durch ihr Wohnzimmer getanzt. Erst letzte Woche hatte ich ein sehr interessantes Gespräch mit Fasil, einem Familienvater, dessen Haus sich etwas außerhalb des Viertels befindet. Wir haben sehr

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zu Besuch bei Fasil zu Hause

lange über seine Zeit im Gefängnis gesprochen. Er ist gerade erst von seiner einmonatigen Haft zurückgekommen, weil er einigen Zahlungen nicht hinterher gekommen war. Für mich sind die Familienbesuche immer wieder kleine Straßenexerzitien, das heißt ich weiß vorher nie,  in welche Familie ich gehe und schaue, wo es mich hinführt und wo ich Gott in den unterschiedlichsten Momenten, Begegnungen und Menschen entdecken kann.
Auch in der Nachmittagsbetreuung hat sich viel bewegt. Seit Anfang Februar bewältigen wir unseren Erzieherauftrag zu dritt. Die Gruppe wurde geteilt und Edita, eine Lehramtsstudentin und ich übernehmen gemeinsam die Hausaufgabenbetreuung der 3. Und 4. Klasse. Das ist nicht immer sehr leicht, weil einige der Kinder lieber träumen, als die doofen Mathehausaufgaben zu lösen und auch die Rechtschreibung nicht so interessant zu sein scheint. Wenn sie es doch geschafft haben, gehe ich gemeinsam mit den Schülern in unsere Spielräume. Die Nachmittagsbetreuung ist für mich ein optimales Übungsfeld, vor allem in kollegialer Zusammenarbeit. Letzte Woche hatten wir unsere erste offizielle, gemeinsame Teamsitzung, in der ich viele Fragen, Ideen aber auch Probleme einbringen durfte, die wir ausführlich diskutiert haben.

Angeregt von anderen Freiwilligen haben wir auch neues von unseren Freizeitaktivitäten zu berichten. Auf der Suche nach einem gemeinsamen Hobby entdeckten wir bei einem Spaziergang einen Basketballverein, bei dem wir nun 2-mal die Woche sportlich aussehen dürfen und sogar nebenbei ab und zu auch mal den Korb treffen.

Zudem war auch ich, Patricia, an dem von Eva beschriebenem Wochenende in Mitrovica, nicht aber beim Workshop, sondern um mit Katja und Cäcilia, 2 Voluntärinnen der Diakonie und mit Katjas Deutschkurs mitten in den Bergen über dem Feuer Flia zu backen. Flia ist eine albanische Spezialität und braucht über 3 Stunden zum Zubereiten. Wir verbrachten einen entspannten Nachmittag bei super leckerem Essen und sehr interessanten Gesprächen mit den Jugendlichen über Beziehungen und Glauben.
Da ich am Sonntag immer noch alleine zu Hause war, nutzte ich die Zeit zum Wandern. 20170402_141110Für mich war das eine ganz besondere Erfahrung, da ich zum ersten Mal in meinem Leben stundenlang ganz alleine in der Natur unterwegs war -ohne Karte, ohne Kompass und ohne jeglichen Plan. Zwischendurch liefen mir 2 Schildkröten über den Weg und zum Schluss traf ich mitten im Wald auf eine aufgeschlossene Rentnergruppe, mit denen ich einen Tee an ihrem Feuer trank und sie vergebens versuchten, mir die Aussprache der albanischen Buchstaben beizubringen.

Das ganze Gegenteil von Stille und Einsamkeit erlebten wir vergangenes Wochenende, denn für Loyola fand am 08. April ein Fest anlässlich des 12-jährigen Jubiläums statt. Neben viel Musik, Klassenraumausstellungen, Experimenten und Theater, gab es auch ein großes Fußballturnier, wo schließlich die deutschen Soldaten gewannen. Auch das Projekt Loyola-Tranzit hatte die Möglichkeit, sich zu präsentieren.  Nicht nur die Schüler stellten ihr soziales Engagement vor, sondern auch der Kinderchor durfte auf der großen Bühne singen. Auch wenn die Ashkali noch von vielen schief angeguckt wurden, wurden sie von anderen lieb aufgenommen und verbrachten einen aufregenden Tag im Loyola.

So, dass waren dann auch schon wieder die News aus dem Kosovo, vielen Dank fürs Lesen und bis bald! 🙂

Monat der offenen Tür

Thomas, Martina, Enrica, Marek, Viola, Marthe, Alban, Dafina, Buna, Paul, Katja, Romed,Cäcilia und Fitore…
…Besuch hatten wir diesen Monat auf jeden Fall viel. Wo wir bis jetzt immer Gäste sein durften, konnten wir in den vergangenen Wochen zusätzlich auch selbst Gäste empfangen.
Beginnen wir mit Familie Siegert, die gestaffelt in den Kosovo einflog. Zuerst kamen Papa, Mama und Bruder an, die jeden Tag dazu nutzten, neue Seiten des Kosovos zu entdecken. Gemeinsam haben wir das Skigebiet in Brezovica unsicher gemacht und waren unsere kosovarische Freundin Albiona in Skenderaj besuchen. Neben den Ausflügen begleiteten sie uns auch in den Alltag unserer Projekte. Dabei machte den Tranzit-, sowie den Grundschulkindern das gemeinsame Musizieren sehr viel Freude. Zum Wochenende wurde Papa von der Schwester abgelöst, so dass auch Enrica 3 Tage in unser Leben im Kosovo eintauchen konnte. Vor allem in den Tranzit-Musik Bereich, dazu kommen wir später nochmal.
Unser längster Besuch war Marthe, die etwa zeitgleich mit Familie Siegert ankam. Marthe war eine vierwöchige Praktikantin aus Hamburg. Von Anfang an war sie mit Rat und Tat mittendrin im ganzen Geschehen und ein fester Teil unserer WG. An den Wochenenden unternahmen wir gemeinsame Ausflüge, meistens in die Stadt Gjavokë, zu der wir jetzt eine ganz besondere Beziehung aufgebaut haben. Unser erster Besuch dauerte nur eine halbe Stunde, da der letzte Bus zurück nach Prizren leider schon 30 Minuten nach unserer Ankunft abfuhr. Doch beim nächsten Mal lernten wir die Stadt ausführlich kennen: Vor allem einen Kreisverkehr, an dem wir auf der Suche nach Sehenswürdigkeiten zigmal zwischen den Ausfahrten hin und her geschickt wurden. Dabei konnten wir einen kleinen, kranken Straßenhund beobachten, der dort in der Sonne saß. Am Ende der dritten Ausfahrt erkundeten wir eine alte Ruine, die sich als ehemalige Küche des jugoslawischen Militärs herausstellte. Wählt man die erste Ausfahrt des Kreisverkehrs, kommt man zu der feinen aber kleinen restaurierten Altstadt, in der sich eine Cafébar an die nächste reiht. Uns hat fasziniert, dass trotz der großen Auswahl, jedes einzelne voll war und es kein Konkurrenzausschlussverfahren zu geben scheint.

Dafür hat uns Marthe in der Schule ordentlich Konkurrenz gemacht, da sie bereits nach 2 Wochen selbstständig unterrichtete, wofür wir einen Monat brauchten und uns da schon gut fanden 😉 Nicht nur im Gymnasium, sondern auch in der Tranzit- und Grundschule war sie mit vollem Eifer dabei. So wurde sie gemeinsam mit Familie Siegert vom Gast zum Gastgeber, als wir einen großen Transporter mit Instrumentenspenden aus Österreich und Deutschland empfingen. Als Dankeschön veranstalte der Tranzitchor ein kleines Konzert für die fleißigen Fahrer Katja, Paul und Romed, die gleichzeitig die Spenden organisiert haben. Mitorganisiert hat auch Viola Metz, Patricia’s ehemalige Klavierlehrerin, die eine Woche als sehr engagierter Gast im Kosovo verbrachte. Mit den Instrumenten startet nun eine neue Phase des Musikunterrichts in Tranzit: Begonnen mit 6 Pianoschülern und einer Differenzierung des Chors in Jung und Jugendlich. Übrigens, seit den letzten Wochen unterstützt, nein eigentlich leitet Berat die Musikstunden in Tranzit. Er ist Musiklehrer an der Grundschule und leitet die Loyola-Musikschule und wir sind enorm dankbar für sein Engagement! Gemeinsam haben wir die Musikschüler sogar einen richtigen Test schreiben lassen. Dieser hat gezeigt, dass einige mit dem Theorieunterricht bereits durch sind.

Tranzit war nicht nur das Ziel vieler Instrumente sondern auch das Ziel von Cäcilia (Freiwillige aus dem Norden Kosovos), die mit uns ein kleines Wochenendprogramm mit Spielen und Basteln veranstaltete.

Nach soviel Training erreichen wir zwar jetzt einen guten deutschen Gastfreundschaftsstatus, aber an unserem kosovarischen müssen wir noch üben, denn der Gast ist hier wirklich König und nicht Mitbewohner, um es mit unseren Worten zu sagen. Unsere Abendessensgäste Alban, unser Deutschkollege, und seine Familie (Buna und Dafina) mussten leider etwas darunter leiden, denn es gab dann doch nur die aufgepeppten Nudeln vom Vortag und auch die waren bei ihrer Ankunft noch nicht ganz servierbereit und außerdem fehlte das normalerweise all präsente Weißbrot. Dafür hat uns der frische Salat halbwegs gerettet. Doch was noch nicht ist, kann ja noch werden und dabei hilft uns jetzt Fitore, die neue Praktikantin aus Nordrheinwestfalen, da ihre Familie aus dem Kosovo kommt. Auch sie wird 4 Wochen hier bleiben. Allerdings lassen wir sie bereits nach ihrer ersten Woche erst einmal alleine, da wir nun zum JesuitVolunteers-Zwischenseminar nach Serbien aufbrechen. Dort werden wir eine Woche lang die anderen Osteuropa-Freiwilligen treffen, uns über unsere bisherigen Erfahrungen austauschen und uns auf die Kommenden freuen. Und wer dachte, unsere Besuchszeit geht danach fröhlich weiter, der hat Recht! Denn wir nehmen 2 der Freiwilligen aus Bosnien mit nach Prizren. Zudem freuen wir uns auf Katja, eine Mitfreiwillige von Cäcilia, Stefan Hengst, einen Jesuiten der deutschen Provinz und Klaus, aus der Jesuitenmission Nürnberg. Zudem haben wir uns fest vorgenommen, Edita, die seit Februar in der Nachmitagabetreuung der Grundschule mitarbeitet zum Kaffee einzuladen – sicherheitshalber erst mal ins Café, um uns nicht gleich zu blamieren.

So schön und inspirierend die Besuche sind, haben wir beide gemerkt, dass es uns wichtig ist, dass wir uns auch oft Zeit nur zu zweit nehmen. Denn ohne den persönlichen Austausch haben wir einander schnell aus dem Blick verloren, wodurch es uns schwer fiel Gäste als Team zu empfangen, was uns aber viel mehr Spaß macht. Darum sind Kaffee-Pausen zu zweit jetzt immer wieder eingeplant – oder auch mal einfach ein freier Abend 😉
Tüt, Tüt der Bus Richtung Zwischenseminar hupt schon, das heißt, wir müssen los.
PS: Bilder folgen am 20.03., wenn wir wieder zurück sind.
Tung, Tung 🙂

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Folgendes ist auf den Bildern zu sehen: Schneespaziergang mit Tranzitler’n und Familie Siegert, Skifahren in Brezovica, Empfang der Fahrer und Instrumentenspenden, Dankkonzert des Tranzit-Chors, erste Piano-Stunde in Tranzit, Staffellauf in Tranzit mit Cäcilia, Hund und Ruine in Gjavokë. 🙂

Wie kommst du denn darauf?!

„Eva, geht’s dir gut?“ „Joooooooooooooooooo!“ Für uns eine gefährliche Antwort. Denn im Deutschen drückt es zwar Zustimmung aus, im Albanischen bedeutet es aber „Nein“. Und dabei sind wir auch schon bei unserem Thema. Denn Missverständnisse sind unsere täglichen Begleiter. Es gibt anstrengende aber auch sehr witzige. Wir wollen euch mal ein paar Eindrücke geben:

Angefangen bei der Arbeit mit der Loyola-Tranzit-Alphabetklasse. Bei der handelt es sich um 16 Kinder aus Tranzit, die täglich eine Stunde Alphabetunterricht mit Loyola-Schülern als Lehrer haben. Für diesen Bereich habe ich, Eva, die Verantwortung übernommen. Meine Aufgabe ist es nun die jungen Lehrer darin zu unterstützen den Erfolg ihre Arbeit weiter wachsen zu lassen. Dafür habe ich ihnen bei einem kurzen Treffen den Termin für eine Lehrerkonferenz genannt. Ich war der vollen Überzeugung, dass ich mich klar ausgedrückt hatte und ich deutete ihr Nicken als Zustimmung. Doch als ich danach nochmal ein paar der Lehrer traf und ein Thema angesprochen wurde, was für genau die Konferenz wichtig ist und ich daraufhin sagte, dass wir uns darüber bei der besagten Lehrerkonferenz unterhalten werden, guckten sie mich plötzlich ahnungslos an und fragten, von was für einer Konferenz ich da spräche. Die Reaktion überraschte mich sehr. Aber ich war froh, dass ich dadurch noch früh genug gemerkt habe, dass sie meine Einladung also nicht verstanden hatten und ich sie einfach nochmal wiederholen konnte, bevor ich dann allein bei der Lehrerkonferenz sitze 😉 Aber trotzdem bleibt für mich die Frage, was sie denn dann wohl denken, was ich ihnen bei unserem ersten kurzen Treffen gesagt habe???
„Do you want bread?“ Dieser Satz führte in der Grundschule zu einem lustigen Missverständnis, als ich meine Englischlehrerin fragte, ob sie auch Pausenbrot haben möchte. Denn anstatt sie nach „bread“ zu fragen,  fragte ich sie nach „bukë“, was zwar auf Albanisch Brot bedeutet, sich aber auf  Englisch eher wie „book“ anhört.
Des Weiteren verstand mich leider auch ein Schüler falsch, den ich nach wiederholtem Vergessen seines unterschriebenen Deutschtests daraufhin wies, dass ich mit seinen Eltern sprechen würde, wenn er ihn dann immer noch nicht hat. Da meine Drohung auch nochmal von einem anderen Schüler wiederholt wurde, war ich felsenfest davon überzeugt, dass der Schüler mich richtig verstanden hatte. Am nächsten Tag war tatsächlich der Deutschtest da. Allerdings traf ich auch zufällig seinen Vater, der mich fragte, ob sein Sohn wirklich einen neuen Test hätte schreiben müssen, wenn er mir seinen nicht zurückgegeben hätte. In dem Moment war mir klar, dass die Kommunikation doch nicht  ganz ohne Missverständnisse abgelaufen war.

Aber Missverständnisse liegen nicht nur an Sprachproblemen, sondern es gibt sie auch unter uns Gleichsprachigen.  Die Situation war folgende: Wir hatten noch Essensreste und haben uns überlegt, wann wir sie verarbeiten können. Wir fragten daraufhin Moritz, ob er Lust habe, sich am Abend dafür mit uns zu Treffen. (Zitat Moritz: ) „Ihr wollt euch also nur mit mir treffen, um Essensreste zu verarbeiten. Es ist also schon so weit, dass Essensreste euren Tagesablauf bestimmen.“  Eva war daraufhin voll beleidigt und fing an sich zu rechtfertigen, dass wir uns ja auch so gerne mit ihm treffen würden. Patricia wiederholte verzweifelt die Notwendigkeit des Verwertens des Essens. Moritz schaute uns völlig verwirrt an, er hatte einfach nur den Sachverhalt beschrieben. Nach dem wir längere Zeit diskutieren, rettete uns das Vierohrenmodell von Schultz von Thun  (Link: https://www.google.com/search?q=vierohren&espv=2&biw=1242&bih=580&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwiFj56A-fjRAhUDPBQKHVYdCvMQ_AUIBygC#imgrc=25eGfCG9OaVE8M:) und wir konnten uns am Abend friedlich zu einem gemütlichen Abendessen treffen – natürlich bestehend aus Essensresten 😉

Auch heute steht uns noch ein gemütlicher Abend bevor, denn für uns heißt es Halbzeit. 6 Monate Anders Leben liegen hinter uns und das wollen wir feiern und auch zum Anlass nehmen, euch Danke zu sagen. Danke fürs Lesen, für eure Rückmeldungen, für eure Begleitung und für eure Unterstützung!

Auf weitere schöne 6 Monate, Prost, Gezuar, Tung! 🙂

 

Vom Schenken und Beschenkt werden

Weihnachten –  ein Fest der Bescherungen. Bescherungen, die wir in diesem Jahr auf ganz besondere Weise erleben durften. Neben dem Auspacken liebevoller Geschenke – aus Deutschland und Kosovo – gab es auch eine große Anzahl immaterieller Geschenke in Form von Weihnachtsfeiern und Gottesdiensten.

 

Die Erste durfte ich, Patricia, gemeinsam mit Ilir für unsere Nachmittagskinder organisieren.Bei Weihnachtsmusik, selbstgeschmücktem Weihnachtsbaum, Kakao und Kekshäusern, die wir am Vortag fleißig gebaut haben, ließen wir das Jahr gemütlich ausklingen.

201612213-1Bei der zweiten Weihnachtsfeier stellten die außerordentlich talentierten Internatsschüler ein atemberaubendes Programm mit Tanz, Musik und Schauspiel auf die Bühne. Die Aufführung haben wir uns gemeinsam mit ein paar Mädels aus Tranzit angeschaut und haben so einen sehr besonderen Mädelsabend verbracht.
Bei der dritten Weihnachtsfeier führten die Grundschulkinder ihr Programm vor. Während der täglichen Proben vor ihrem großen Auftritt, lernte ich, Patricia, ganz viele wunderschöne Weihnachtslieder kennen. Die Aufführung war mit Musik, Tanz und Schauspiel gefüllt. Vermutlich war ich vor dem Auftritt mit meiner Deutschgruppe, die ein Weihnachtsgedicht und ein Lied vortrug, viel aufgeregter als die Kinder selbst, aber es hat zum Glück alles gut geklappt. Zum Abschluss der Weihnachtsaufführung sangen alle Kinder gemeinsam Jingle Bells auf Albanisch, Englisch und schließlich auch noch auf Deutsch.
Jingle Bells stellte sich während der Weihnachtszeit generell als großer Hit heraus, denn auch in Tranzit studierte der Chor dieses ein.  Auch außerhalb der Proben stimmten sie dieses gerne an: zum Beispiel bei einer einstündigen Busfahrt zu einem gemeinsamen Auftritt mit der Loyola Schulband.
Vor den täglichen Chorproben haben die Kinder eine Stunde Theorieunterricht, den ich, Eva, durch die Einführung von Blockflöten im vergangenen Monat unterstützt habe. Um für die Kinder ein Zugehörigkeitsgefühl und Verbindlichkeit zu ermöglichen, bekam jedes eine Plastikflöte geschenkt, worüber die Freude groß war.
Doch was macht denn überhaupt ein Geschenk aus? Diese Frage wurde besonders im Rahmen einer Geschenkaktion,dsc_0120 die von ein paar Internatsschülern für die Tranzit-Kinder organsiert wurde, gestellt. Denn Eltern von Kindern, die bei der Geschenkaktion nicht da waren, fühlten sich benachteiligt und forderten daraufhin Geschenke ein. Doch ist ein eingefordertes Geschenk wirklich noch ein Geschenk? Für uns persönlich ist das Schenken an sich eine freiwillige Handlung, die Schenker  und Beschenkten zu nichts verpflichtet. Das Geschenk soll dem Beschenkten eine Freude machen und ihm zeigen, dass er wichtig ist. Wir beschäftigten uns dabei mit folgendem Zitat von Jesus: „Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei.“ (Matthäus 5, 41). Deshalb sahen wir 3 Möglichkeiten auf diese Forderung zu reagieren. Erstens: Ihre Forderung zu verweigern. Zweitens: Ihnen das gewünschte  Geschenk zu geben. Drittens: Über die Forderung nach einem Geschenk hinaus zu gehen, indem man „noch einen draufsetzt“ und sich so aus der eingeengten Lage des „Schenken-Müssens“ befreit.
Neben den weihnachtlichen Veranstaltungen lief das normale Programm mit den Schülern in Tranzit selbstverständlich auch weiter. Für die Alphabet-Klasse gab es einen Umzug: aus Tranzit in einen Klassenraum in Loyola.

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Unser Star

Doch nochmal zu Weihnachten: Der 24.12. startete mit der Generalprobe unseres Kinderkirchenchors, denn wir durften die Weihnachtsmesse am 1. Weihnachtstag begleiten. Doch trotz täglicher Proben und vielen Zusagen erschien zum Auftritt letztendlich nur ein Kind, sodass unser großer Einsatz doch etwas unauffällig blieb. Gemeinsam mit der Jesuitenkommunität und den Tranzitlern verbrachten wir den  Nachmittag des 24.12. an einem Lagerfeuer bei unserem Raum.
Bei diesem Fest bekamen wir nach einer Dankesrede Geschenke von den Tranzitlern überreicht, was für uns eine sehr rührende Geste war.  Anschließend ging es für uns zur ersten Heiligabend-Messe in ein kleines, nahegelegenes Dorf, namens Grazhdanik. Da es leider  keinen festen Musikveranwortlichen in dieser Gemeinde gibt, begleiteten wir den Gottesdienst mit Querflöte und Klavier.

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Krippenspiel in Grazhdanik

Darauf folgte die Mitternachtsmesse in Prizren, welche mit einem Feuerwerk endete. Durch das Feuerwerk wird deutlich, dass viele Kosovaren religions- und traditionsbedingt Weihnachten für das gleiche Fest wie Silvester halten, was vorab in manchen Gesprächen für kleine Missverständnisse sorgte.

201612311An Neujahr selbst wurden wir spontan von einer Tranzit-Familie eingeladen. Zwei der Söhne sind engagierte Mitarbeiter im Projekt. Gemeinsam verbrachten  wir die Zeit bis zum mitternächtlichen Feuerwerk um den vollgedeckten Tisch im Wohnzimmer. Die Atmosphäre in dem kleinen Raum war sehr familiär und entspannt und wurde durch die Wärme des Ofens richtig gemütlich.
Öfen und Heizungen sind in diesen Tagen unverzichtbar, da wir gerade Temperaturen bis zu -22 Grad erreichen und so der gefallene Schnee keine Möglichkeit hat zu schmelzen. Perfektes Wetter um Schneemänner zu bauen! Was leider als Grundschulnachmittagsprogramm ausfällt, weil wir vom Bildungsministerium aufgrund von Schnee und Kälte zu einer weiteren Woche Ferien verdonnert wurden. Damit erreichen wir bereits die Hälfte der Sommerferienzeit! Für uns persönlich kommt diese geschenkte Pause allerdings ganz gelegen, denn hinter uns liegt eine sehr arbeitsintensive Workshopwoche. Bei dieser beschäftigten wir uns mit einer kleinen Gruppe Loyola-Tranzit Mitarbeiter, 5 Tranzitler-Jungs und 5 Loyola-Mädchen, mit dem Thema „Um Verantwortung für andere übernehmen zu können, muss ich Verantwortung für mich übernehmen.“ Nicht nur die Teilnehmer konnten in dieser Zeit persönliche Erfahrungen sammeln und über sich und das Leben lernen, sondern auch wir konnten aus diesen Tagen viel mitnehmen. Zum Beispiel lernte Eva bei der Leitung wie wichtig feste Regeln sind, um der Gruppe Sicherheit zu geben. Patricia wurde bewusst, dass auch hinter  der Leitung des Küchenteams viel pädagogische Arbeit  steckt. Auch für die Teilnehmer  war es ein sehr gelungener Workshop, trotz verpflichtender Schweigezeit, Einzelzimmern und Handyverbot. Durch den vertrauensvollen Austausch über persönliche Themen und die gemeinsame Zeit wuchs die Gruppe in den wenigen Tagen eng zusammen und wir sind gespannt, welche Früchte dies in der zukünftigen Arbeit hervorbringen wird.

Das war’s mit den News aus dem Kosovo, wir hoffen  ihr baut fleißig Schneemänner und wir hören uns bald wieder! Tung, Tung
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Freiheitliche Grüße

Oh Gott, wir wissen immer noch nicht, ob sich Dory und Nemo wiedergefunden haben und werden es auch so schnell nicht erfahren, denn in der spannenden Schlussszene, in der Dory um ihre Freiheit kämpft, war die Nachmittagsbetreuung vorbei. Und da sich leider kein Kind für das Ende der dramatischen Suche zu interessieren schien, startete der nächste wöchentliche Filmnachmittag dann mit „PETS“.

Freiheit… das ist ein Thema, das uns in diesem Monat besonders beschäftigt hat.

Zu Beginn des Monats stießen wir auf folgendes Bild: karte-gemalt

Es stellt dar, was uns in vielen Gesprächen vermittelt wird:  Viele Kosovaren fühlen sich in ihrem Land eingesperrt. Ohne ein sehr teures und kompliziert zu beantragendes Visum ist es ihnen nicht erlaubt, ihr Land in mehr als 4 Länder zu verlassen.  Für uns mit unserem deutschen Pass unvorstellbar. Allein in den letzten Sommerferien haben wir beide zusammen 6 verschiedene Länder bereist.
Doch wie viel Freiheit steckt in der Reisefreiheit?
Aufgrund dieser Konfrontation sind wir viel dankbarer dafür geworden, dass wir die Möglichkeit haben zu Reisen, weil es uns persönlich frei macht und viele Erfahrungen schenkt. Doch neben der Dankbarkeit  fühlt es sich auch merkwürdig an, dann den Leuten hier von unseren vielen Reisen zu berichten.
Bezüglich Reisen hat uns Nora (die deutsche Freiwillige in Gjakova) die Idee vom „Reisen mit einem Thema“ mitgegeben.  Sie persönlich war 3 Monate mit dem Thema „Was bedeutet Freiheit?“ in Rumänien und ist dadurch den Menschen auf einer ganz anderen Ebene begegnet, als im normalen Smalltalk.

So schwierig es auch ist, aus dem Kosovo rauszukommen, gefühlt genauso so aufwendig war es für uns, für ein Jahr legal hier bleiben zu dürfen. Nach einer Anstehzeit von circa 10 Stunden und einer Fahrzeit von insgesamt um die 8 Stunden von Behörde zu Behörde haben wir nun endlich unsere ID-Card und sind offiziell im Kosovo registriert.

Aber nochmal zu dem Wunsch den Kosovo zu verlassen: von einer Person ist uns die Vision beschrieben worden, dass wenn die Menschen rechtlich die Möglichkeit hätten, den Kosovo langfristig zu verlassen, dieser sehr schnell leer wäre. Da ist für uns wieder die Frage aufgetreten, ob die Leute hier „gefangen“ sind. Und weiter die Frage, ob es tatsächlich eine Lösung mit mehr Perspektive für die Menschen wäre, wenn sie einfach auswandern würden. Müsste es nicht eigentlich möglich sein, das eigene Land so zu gestalten, dass die Einwohner gern hier sind?
Ein weiteres Zitat, das uns stutzen ließ, ist folgendes: „Der Himmel ist Deutschland und die Hölle ist Kosovo.“ So drückte sich die Mutter eines Grundschülers aus. Egal ob Arbeit, Lohn, Heizung oder Lebensmittelangebote, in Deutschland ist angeblich alles perfekt. Diese Vorstellung ist in allen Kreisen der Gesellschaft vertreten, in die wir Kontakte haben. Egal ob  Roma, Schüler, Eltern und Lehrer von Loyola oder Familien, die wir außerhalb der Schule kennenlernten.
Wie zum Beispiel die Familie von Albiona (siehe letzter Blogeintrag), die wir ein Wochenende in Skenderaj besuchten. Sie selbst musste den langwierigen Prozess  zwischen Aufenthaltsgenehmigung und Abschiebung mit Hoffen und Bangen durchleben. Obwohl sie schließlich von Deutschland abgeschoben wurde, träumt sie immer noch von einer Wiederausreise nach Deutschland.
Ein anderes Wochenende verbrachten wir bei einer Familie zu Hause,  die wir im Kosovo kennen gelernt haben und die selbst ein paar Jahre in Österreich gelebt hat. Anlässlich des ersten Advents haben wir gemeinsam Weihnachtsschmuck gebastelt, die Wohnung geschmückt und Weihnachtslieder mitgesungen. Die kalten Temperaturen draußen, der warme Ofen im Wohnzimmer und der heiße Tee brachten uns in vorweihnachtliche Stimmung.  Auch die Weihnachtslieder in der Kirche und die sehr bunte Beleuchtung an den Bäumen steigern die Vorfreude auf Weihnachten. Schließlich machte der erste Schnee am 28.11. die Weihnachtsstimmung perfekt.schmuck

Am selben Tag machten wir einen Ausflug nach Peja, damit Eva endlich das Bier in der namensgebenden Stadt trinken konnte. GЁZUAR! (Prost!)  Da ihr euch jetzt alle wundert, dass es sich bei dem Tag um einen Montag handelt, wir können euch beruhigen, wir haben nicht blau gemacht, sondern hatten offiziell zum Tag der albanischen Flagge schulfrei.kuq-e-zi Der Freiheitstag Albaniens zu seiner Unabhängigkeit war bis zur eigenen Unabhängigkeitserklärung 2008 von großer Bedeutung und gilt auch heute noch als staatlicher Feiertag. In beiden Schulen gab es anlässlich dieses Tages ein festliches Programm. Die Grundschulkinder sangen und tanzten nicht nur zu vielen albanisch- kosovarischen Liedern, sie trugen sogar teilweise traditionelle Kleidung und bastelten wunderschöne albanische Flaggen.

Auch am Gymnasium gab es ein buntes (schwarz & rot (Achtung Witz!!!)) Bühnenprogramm, welches sogar vom Fernsehen aufgenommen wurde (EVA IST IM KOSVOVARISCHEN FERNSEHEN!!!!!!).
Für uns stellte sich neben dem ganzen Feiern auch die Frage nach der Freiheit in der Unabhängigkeit. Auf der einen Seite ist der Kosovo nach langem Ringen endlich von Serbien unabhängig, doch gleichzeitig bekommen wir das Gefühl, dass viele Kosovaren lieber mit Albanien verbunden als alleine sein möchten, was zum Beispiel in einer sehr populären Hymne deutlich wird mit den Worten „Großes Albanien“, was einen Zusammenschluss zwischen Albanien und dem Kosovo beschreibt (https://www.youtube.com/watch?v=7s8pMXrNDtY).
picknickEin ganz anderer Aspekt der Freiheit war das Gefühl von Grenzenlosigkeit, was wir auch im letzten Monat in den Bergen rund um Prizren erlebten. Begleitet von Schülern aus dem Loyola- Gymnasium und aus Tranzit genossen wir ein paar Sonnenstunden und picknickten auf einer Wiese. Diese und weitere Freizeitgestaltungen, unter anderem auch ein Fußballspiel, halfen uns die Beziehungen zu ihnen weiter wachsen zu lassen.

Apropos Tranzit, hier hat sich viel bewegt: Das regelmäßige Angebot besteht jetzt aus morgendlichem Musikunterricht, dem Programm mit den Loyola-Schülern um 15 Uhr und an drei Abenden gibt es gesonderten Deutschunterricht. Außerdem gibt es einmal in der Woche einen Mädelsabend und einen Jungsabend, sowie eine wechselnde Aktion am Sonntag.
Für den Musikunterricht haben wir einen jungen Musiker aus einem Roma-Viertel aus der Stadt eingestellt, der mit circa 20 Kindern durch Singen Noten lernt und Einzelnen Instrumentalunterricht gibt.
Für die engagierten Loyola-Schüler und eine Hand voll Ashkali, die sich während der letzten Zeit als Verantwortungsträger und somit ebenfalls als Mitarbeiter im Projekt entwickelt haben, fand Mitte des Monats ein Workshop statt. Für diese zwei Tage stellten wir ein Küchen-Team mit 6 Mädels aus Tranzit zusammen. Da haben wir im Bereich Küche zum Beispiel gelernt, dass angebrannter Reis einfach niemandem schmeckt. Allerdings ist verwunderlicher Weise auch Kuchen nicht der größte Renner gewesen… Aber darüber hinaus haben wir eine gute Beziehung zu den Mädels beim Arbeiten und auch bei den Pausen aufgebaut und haben im Essensraum eine schöne Atmosphäre entstehen lassen, die auch auf die Workshop-Teilnehmer gewirkt hat, sodass diese sich in ihren Pausen in großer Zahl dort versammelt haben. Inhaltlich gab es Input für die Arbeit mit und für Kinder und die Tage boten Raum und Zeit, um aktuelle Schwierigkeiten zu diskutieren und nächste Schritte zu planen. Dazu gehört zum Beispiel, dass wir mehr als einen Raum für das Nachmittagsprogramm nutzen wollen. Aber dieser und andere Punkte werden erst ab nächster Woche in Angriff genommen, sodass im nächsten Blogeintrag ein Bericht dazu erfolgt.

Denn diesen Monat stand noch etwas anderes im Mittelpunkt: letzten Freitag haben wir ein großes Fest veranstaltet.  Dieses diente zur Präsentation dessen, was in der letzten Zeit im Rahmen des Projektes entstanden ist. So konnten viele Eltern aus Tranzit, die Eltern der Schüler, die Mitschüler und Lehrer vom Loyola und andere Leute mit Bezug zum Projekt während eines einstündigen Bühnenprogramms bestaunen, was gemeinsam gelernt wurde. Bei dem Fest trug zudem die ‚elijah-band‘ aus Rumänien zu einem sehr großen Teil bei. Bei der Gruppe handelt es sich um 8 Roma-Musiker, die durch elijah, ein Romaprojekt, zusammengekommen sind (weitere Informationen bei Interesse unter www.elijah.ro), und die in den drei Tagen vor dem Fest intensiv musikalisch mit den Tranzitlern und der Schulband zusammen gearbeitet haben. So entstand aus der Zusammenarbeit ein super Programm mit viel Musik und ebenfalls den gelernten Tänzen, wie der Chocolate-Tanz.

Die Energie der Beziehungen, die in diesen Tagen entstanden sind, hat auf beiden Seiten den Wunsch nach weiterer Zusammenarbeit geweckt, sodass wir hoffen, die Band recht bald wiederzutreffen. Somit war das Fest der Auslöser dafür, dass die Grenze nach Rumänien für unser Projekt ein stückweit geöffnet wurde. Eine weitere, viel nähere Grenze, die mit dem Fest überwunden wurde ist die zwischen Tranzit und Loyola. Denn die Bühne war hier in der Aula des Gymnasiums und so waren die Türen der Schule das erste Mal auch für die Leute aus Tranzit geöffnet. Am Abend folgte dann noch eine ausgelassene After-Show-Party in unserem Raum in Tranzit.
Weitere Brücken zwischen Schule und Tranzit bilden außerdem die Mädels- bzw. Jungsabende, bei denen wir Mädels hier gemeinsam gekocht und Musik gemacht haben, während die Jungs sich zum Fußballspielen getroffen haben. An sich sollen diese Treffen die Möglichkeit geben mehr engere Beziehungen zwischen Schülern des Gymnasiums und Tranzitlern entstehen zu lassen, um so die unsichtbaren gesellschaftlichen Grenzen zu überschreiten.


Die Entwicklung des Deutschunterrichts in Tranzit sieht in Kurzfassung so aus: nach einer Intensiv-Woche mit täglichem Unterricht mit Kilian, einem ehemaligen Jesuit Volunteer, der bei uns zu Besuch war, existiert jetzt eine ordentliche Deutschklasse. Diese wird nun gemeinsam von Tomi und Dadan, einem der Viertelbewohner, der aufgrund eines 2-jährigen Aufenthalts in Deutschland sehr gute Sprachkenntnisse besitzt, unterrichtet.

In der Grundschule wird weiterhin fleißig gelernt und Vokabeln gepaukt. Obwohl Englisch und Deutsch für die dritte Klasse beides ganz neue Fremdsprachen sind, können die Schüler bereits sich und ihre Familie vorstellen, Rechenaufgaben bis 20 lösen, in Deutsch Fußball, Tischtennis, Würfeln oder Kartenspielen, in Englisch Schulsachen beschreiben und in beiden Sprachen viele lustige Lieder singen. Vergangenen Monat stand ich, Patricia,  zum ersten Mal auch als Englisch- Lehrerin allein vor der Klasse, was für mich als Englischniete im Gymnasium schon etwas seltsam, aber durch viele Spiele und gute Mitarbeit der Schüler auch eine sehr schöne Erfahrung war.  Die  Nachmittagsbetreuung ist  immer mehr mit Hausaufgaben gefüllt. Im November hatte ich oft die Gelegenheit individuell auf langsam lernende Schüler einzugehen und mit ihnen gemeinsam die Hausaufgaben zu erarbeiten. Und wenn uns nach all dem Büffeln der Kopf nur noch so dampfte, gab uns unter anderem der Macarena Tanz die perfekte Gelegenheit auch mal durchzuatmen. In naher Zukunft werden wir vermutlich einen dritten Erzieher in der Nachmittagsbetreuung begrüßen dürfen, Gründe hierfür sind unter anderem die große Anzahl der Kinder (20) und der Wunsch nach noch mehr Förderung der Kinder bei den Hausaufgaben. Ich bin sehr gespannt, was sich wie verändern wird und hoffe auf eine sehr gute Zusammenarbeit. Zudem wollen wir in den nächsten Wochen mit den Kindern unseren eigenen Weihnachtsbaum schmücken und die weihnachtliche Stimmung genießen. Außerdem warten noch unzählige Plastikdeckel und Klopapierrollen darauf, an hausaufgabenfreien Bastelnachmittagen verarbeitet zu werden.

Auch wir sind wieder dabei, mit Lehrer unsere Sprachkenntnisse zu verbessern. Ab Ende November besuchen wir zweimal wöchentlich eine Sprachschule in der Stadt.

img-20161106-wa0004Der kalte November bringt aber auch ein paar traurige Nachrichten mit sich. Auf der Suche nach Futter kommen immer mehr Hunde und Katzen in die Stadt und werden dort leider oft von Autos überfahren. Auch vor unserer Tür starb der kleine weiße Bobo, welchen wir bis dahin häufiger auf dem Nachbargelände trafen.  Aber wir wurden nicht nur mit dem Tod von Tieren konfrontiert, sondern bekamen von unseren Bekannten auch von mehreren Todesfällen von deren Freunden und Verwandten mit.
Das Thema Tod hat uns so begleitet und vor Augen geführt, wie wertvoll jeder Tag unseres Lebens ist.
Somit freuen wir uns auf die Feier der Geburt von Jesus, den Beginn des Lebens, den wir am 24. Dezember in einer Mitternachtsmesse feiern werden.
Da wir uns erst im Januar wieder melden, wünschen wir euch bis dahin eine gesegnete Adventszeit, ein fröhliches Weihnachtsfest mit leckeren Plätzchen und einen guten Rutsch ins neue Jahr!!!

Gëzuar Krishtlindje dhe gëzuar vitin e ri!

Und hier noch ein gratis Ohrwurm, den wir gern mit euch teilen möchten: https://www.youtube.com/watch?v=k2nr6KGoHO4

Alles ist gut, solange du wild bist!

Der Oktober 2016 war, was wir nicht zwingend erwartet hätten, auch hier im Kosovo, durch zwei Feste eingerahmt – Tag der deutschen Einheit und Halloween.

Fangen wir vorne an: Am 3. Oktober lernten wir die drei deutschen Freiwilligen Katja, Cäcilia und Karina kennen, die für ein Jahr in Mitrovica leben und arbeiten. Sie waren anlässlich des Programms der deutschen KFOR nach Prizren gekommen – Sentimental-touristischer Tränensack! Wer nicht weiß wer oder was die KFOR ist, hier eine Kurzbeschreibung: die KFOR ist das ausländische Militär hier im Kosovo, welches nach dem Krieg den Abzug der jugoslawischen Truppen und die Entmilitarisierung des Kosovos überwachen sollte und bis heute im Kosovo anwesend ist, mittlerweile aber langsam abrüstet. Unter den 5000 Soldaten und Soldatinnen sind etwa 600 Deutsche, die ihren Hauptsitz in Prizren haben. 20161003_193835Anlässlich des deutschen Nationalfeiertags gab es in der Innenstadt Auftritte verschiedener Kinderchöre und ein Konzert der deutschen Militärkapelle, die extra dafür angereist war.
Den krönenden Abschluss bildete ein Feuerwerk über der Stadtburg. In Deutschland war der 3. Oktober für uns immer nur ein schulfreier Tag, der gute Laune verbreitet hat, deshalb waren wir fasziniert, dass wir ihn ausgerechnet während unseres Auslandsjahrs das erste Mal richtig feierten.

Und dann folgte, der bereits angekündigte Hamburgaustausch – Extra-touristische Tellergans! In der Woche übernahmen wir die Vertretung der Klassen unserer im Austausch involvierten Deutschlehrer. Zu Beginn, war es etwas seltsam, ganz alleine vor den Klassen zu stehen, doch wir hatten ja eine Woche Zeit uns daran zu gewöhnen und wir machen es zukünftig auch gerne wieder.
Zudem durfte ich, Patricia, den deutschen Austauschschülern die Grundschule vorstellen. Außerdem bot der Hamburgaustausch auch eine perfekte Gelegenheit, Albiona wiederzusehen.albiona Albiona lernte ich auf der Suche nach einem albanischen Sprachlehrer in Deutschland kennen. Doch nach nur wenigen Treffen wurde ihre Familie abgeschoben, so dass wir uns riesig auf unser Wiedersehen im Kosovo gefreut haben. Refugjata (Schutzsuchende)- Das war auch das Thema der Hamburgwoche, so dass Albiona als Gast in das Loyola Gymnasium eingeladen wurde, um von ihren Erlebnissen zu erzählen. Uns ermöglichten die persönlichen Berichte von Albiona und einigen unserer Kollegen, die ebenfalls in enorm schwierigen und problematischen Lebenssituationen leben, Einblicke in die junge Geschichte der Kosovoraren, die noch so stark vom Krieg und dessen Folgen geprägt ist.

Doch die Hamburger waren nicht unsere einzigen Gäste. Für eine Woche kam der Berliner Christian Herwartz zu Besuch. Von Christian konnten wir viel für den Umgang mit unseren Mitmenschen lernen. Beispielsweise hat er uns in das Viertel Tranzit  begleitet und anschließend uns und unseren Schülern Ratschläge für die Begegnung mit den Kindern gegeben. Außerdem haben wir die Chance genutzt, uns während Straßenexerzitien von ihm begleiten zu lassen, denn Christian Herwartz hat diese erfunden – Heiliger Muckefuck! Straßenexerzitien bedeuten grob gesagt, im Alltag auf der Straße Gottes Spuren zu entdecken und zwar indem man seine Aufmerksamkeit für seine Umgebung schärft.
Wenn ihr mehr über Christian Herwartz und sein sehr beeindruckendes Leben erfahren wollt, fragt einfach Google.

In unserem Alltag beginnt jeder Tage immer noch mit der Morgenmesse um 6:15 in unserer schönen Kapelle. Neuerdings haben wir uns in den Liturgieplan einteilen lassen, was bedeutet, dass wir nun alle fünf Wochen für eine Woche für einen kurzen Impuls und musikalische Begleitung zuständig sind.
Patricia: Meine Arbeit in der Grundschule ist auch nach 2 Monaten alles andere als langweilig. Im Musikunterricht lerne ich gerade die Albanische Nationalhymne und trällere fleißig ein paar Kinderlieder mit. Und im Deutsch- und Englischunterricht nehme ich jetzt schon regelmäßig den Rotstift in die Hand, um Hausaufgaben oder Tests zu kontrollieren. Zum Glück gibt sich ein Großteil der Kinder sehr viel Mühe, so dass das Abhaken der Aufgaben oft einer Fließbandarbeit gleicht. Für hervorragende Leistungen gibt es natürlich auch Stempel in verschiedensten Variationen, so dass sich sogar das Korrigieren der Aufgaben sehr abwechslungsreich gestaltet. gebasteltesIn der Nachmittagsbetreuung wird fleißig gespielt, gebastelt, gepuzzelt, gebaut, gemalt und natürlich mehr oder weniger motiviert Hausaufgaben gemacht. Mittlerweise bin ich der Meister der Kopfrechenaufgaben. Freitags ist nach den Hausaufgaben zur Entspannung aller immer Kino angesagt. Gerade fiebern wir mit Nemo mit, ob er Dory, die von den Menschen gefangen gehalten wird, finden kann – Südbrasilianische Meerschweinchenpisse! Die Suchaktion wird leider immer dramatischer, weil Dory gemeinsam mit einem Tintenfisch die Flucht wagt und sich nun mitten im Zoo in  einer Trinkflasche in einem Kinderwagen befindet und kein Ausweg in Sicht ist. Wenn ihr auch unseren nächsten Blogeintrag lest, werdet ihr darin erfahren, ob Dory noch aus dieser heiklen Situation gerettet werden konnte.
Auch wenn es manchmal noch etwas chaotisch und laut zu geht, sind wir als Gruppe sehr gut zusammengewachsen und  verbringen eine sehr schöne Zeit miteinander.

Eva: Im letzten Monat habe ich viel Zeit in Tranzit verbracht. Die Entwicklung unserer Stunden dort ist vor allem durch die Einweihung von „unserem Raum“ geprägt gewesen. Dieser ist extra frisch renoviert worden. Er hat eine große Fensterfront durch die man direkt auf die Straße blicken kann, welche durch das Wohnviertel führt – beim Santa Panther im Raubkatzenhimmel! Tranzit lässt sich insgesamt in drei Hauptteile unterteilen. In dem mittleren befindet sich unser Raum. Die Ashkali (*ich habe jetzt erst verstanden, dass ich sie fälschlicherweise als Roma bezeichnet habe…), bei denen wir mit unseren ersten Stunden begonnen haben, wohnen in einem der äußeren. Nun hat die Lage des Raums dafür gesorgt, dass die Gruppe der Kinder, mit denen wir uns regelmäßig treffen, Zuwachs aus neuen Kreisen bekommen hat: Albaner und Ashkali.
Zum Einstieg für das Sozial-Projekt, haben wir mit allen beteiligten Schülern zusammen eine Generalversammlung gehabt, in der wir die Grundstrukturen besprochen haben. Daraufhin hat sich unser Programm so entwickelt, dass jetzt täglich eine Schülergruppe vor Ort in unserem Raum eine Stunde lang ein Angebot für die Kinder macht. In diese Zeit ist jedes Mal ein schulischer Teil integriert. Passend dazu haben wir unseren Raum eingerichtet, sodass er heute wie eine richtige Klasse aussieht- mit Tafel, Tischen und Stühlen.klasse Die Kinder sind für den Unterricht in Klassen eingeteilt und unsere Loyola-Schüler übernehmen mit Ehrgeiz die Rolle der Lehrer. Die Lektionen umfassen bisher unter anderem das albanische, deutsche und englische Alphabet, neue deutsche und englische Wörter (zum Beispiel Körperteile, die mit einem Liedchen gelernt werden „head, shoulders, knees and toes, knees and toes…“) und Geschichten hören beziehungsweise selber schreiben.

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Der Pinguin-Tanz

In den kreativen Teilen werden dann nicht nur Lieder gesungen, sondern auch zu Liedern getanzt (der Pinguin-Tanz ist mein Favorit) oder im Rahmen eines Do-It-Yourselfs verschiedenste Blumen gebastelt.
Außerhalb des Unterrichts haben wir (dieses Mal handelt es sich dabei um Paddi, Moritz und mich) an einem sehr schönen sonnigen Sonntag eine Wanderung gemeinsam mit vier Ashkali-Kindern in den nahen Bergen gemacht. Es war für uns eine große Freude zu sehen, wie begeistert sie waren und dass wir ihnen damit eine sehr besondere Erfahrung schenken konnten.wanderung

 

Auch wenn es viel Arbeit gibt, haben wir uns von ihr noch nicht auffressen lassen, sondern haben uns als schönen Ausgleich dazu, mehr oder weniger nützlich, in Schul-AGs eingebracht. Der erste gemeinsame Versuch bestand darin, sich musikalisch in der Schulband zu integrieren. Paddi mit dem Klavier und Eva mit der Flöte. Paddi hat sich mit dem Pianisten durch die Akkorde gekämpft und gemeinsam haben sie entschieden den Lautstärkeregler etwas leiser zu drehen. Auch Eva war aufgrund der leisen Flöte nicht die leitende Melodiestimme, was aber auch bei Liedern wie „Zombie“ oder „Californication“ eine Herausforderung darstellte, der sie nicht gewachsen war – Hippopotamusbullenpropellerschwanzmist! Stattdessen toben wir uns jetzt an unseren Instrumenten bei Proben mit dem Kinderkirchenchor in Prizren aus, den wir gemeinsam mit einer Ordensschwester leiten.

Ein weiterer, bis jetzt erfolgreicherer Versuch, sich in das Schulleben einzubringen, ist die Teilnahme an der Volleyball-AG.
Wo wir gerade beim Sport sind: Leider mussten wir per Livestream lesen, wie die Kosovaren eine relativ eindeutige Niederlage gegen Kroatien einsteckten. Paddi kostete das 6 Tafeln Schokolade an ihren Bruder, pro Gegentor eine Tafel… – Schlotterbein und Tarzanschrei!
Trotz einer weiteren Niederlage gegen die Ukraine hoffen wir auf zukünftige Siege  für den Kosovo und stehen felsenfest hinter unseren Jungs!

Doch wer viel Sport macht, muss natürlich auch viel Essen. Und da gibt es für uns zum Glück genug– Igitt! Kotz! Und Bäh! Neben dem guten Mensaessen (alle zwei Wochen gibt es sonntags immer Kiffle, unglaublich leckere Schoko-, Marmeladen-, oder Mohnhörnchen), sind wir sogar in Eigenproduktion gegangen. Dazu gehörten traditioneller Fli, traditionelle Trileçe und ein deutscher Käsekuchen – Bombastisch-touristischer Bärenbauchspeck! Den Fli haben wir gemeinsam mit zwei kosovarischen Mädchen bei einer sehr gastfreundlichen Familie gebacken, welche wir während unseren Straßenexerzitien kennenlernten. Fli ist einfach gesagt ein Stapel Crêpes. Die Zubereitung, also die Teigschichtung, erfolgt über einem Feuer und kann bis zu vier Stunden dauern. Die  Backgemeinschaft bot eine tolle Gelegenheit, sich gegenseitig kennen zu lernen, zu quatschen, zu lachen und zu tanzen.
Trileçe ist in den letzten Monaten bei zahlreichen Cafébesuchen zu unserem Lieblingskuchen geworden. Das Besondere daran ist, dass der Teig in Milch getränkt ist und eine dicke Karamellschicht den Kuchen glasiert.  Als Geburtstagskuchen haben wir ihn das erste Mal selbst gebacken und dann auch selbst aufgegessen, da der Kuchen unmöglich nach Deutschland zu dem Geburtstagskind transportiert werden konnten.
kasegeburtstagskuchenAuch der Käsekuchen war ein Geburtstagsgeschenk, diesmal für Opi Schwarzbach, der die Loyola Schule (und uns!) zum Arbeiten regelmäßig besucht und sonst in München lebt. Auf den Käsekuchen sind wir besonders stolz, da wir entgegen des Vorurteils, Quark gäbe es im Kosovo nicht, 1000g als Grundzutat gefunden haben.
Geendet hat der Monat dann nicht nur mit dem Käsekuchen, sondern gleichzeitig mit Halloween. Die Vertreibung der bösen Geister wurde im Gymnasium mit einer Schülerparty mit großartigem Bandeinsatz (ohne uns, aber wirklich gut) und aufwendigen Verkleidungen gefeiert. band-halloweenPaddi betreute währenddessen die Grundschulkinder in der Nachmittagsbetreuung. Dort wurde dieses Fest von der Schulleitung kritisch gesehen und deswegen verboten. Am Abend haben wir beide aber gemeinsam mit ein paar Schülern und einigen Kindern in Tranzit  mit Kinderschminke und Gruselgeschichten gefeiert – Hottentottenalptraumnacht!
Ähnliche gruselige Geschichten haben wir uns während des letzten Monats an entspannten Abenden angeschaut. Gestern haben wir die Reihe mit dem 5. Teil der „Wilden Kerle“ abgeschlossen, der ein oder andere hat vielleicht schon die Auswirkungen dessen bemerkt – Kackeverdammte!

Jetzt freuen wir uns erstmal auf den ersten Schneemann, die Bergspitzen sind schon immer wieder mal weiß. Auch kälte- und erkältungsmäßig spüren wir schon den nahenden Winter.
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Bis zum nächsten Monat,
1,2,3, Raaaaaaaaawww!