Wie kommst du denn darauf?!

„Eva, geht’s dir gut?“ „Joooooooooooooooooo!“ Für uns eine gefährliche Antwort. Denn im Deutschen drückt es zwar Zustimmung aus, im Albanischen bedeutet es aber „Nein“. Und dabei sind wir auch schon bei unserem Thema. Denn Missverständnisse sind unsere täglichen Begleiter. Es gibt anstrengende aber auch sehr witzige. Wir wollen euch mal ein paar Eindrücke geben:

Angefangen bei der Arbeit mit der Loyola-Tranzit-Alphabetklasse. Bei der handelt es sich um 16 Kinder aus Tranzit, die täglich eine Stunde Alphabetunterricht mit Loyola-Schülern als Lehrer haben. Für diesen Bereich habe ich, Eva, die Verantwortung übernommen. Meine Aufgabe ist es nun die jungen Lehrer darin zu unterstützen den Erfolg ihre Arbeit weiter wachsen zu lassen. Dafür habe ich ihnen bei einem kurzen Treffen den Termin für eine Lehrerkonferenz genannt. Ich war der vollen Überzeugung, dass ich mich klar ausgedrückt hatte und ich deutete ihr Nicken als Zustimmung. Doch als ich danach nochmal ein paar der Lehrer traf und ein Thema angesprochen wurde, was für genau die Konferenz wichtig ist und ich daraufhin sagte, dass wir uns darüber bei der besagten Lehrerkonferenz unterhalten werden, guckten sie mich plötzlich ahnungslos an und fragten, von was für einer Konferenz ich da spräche. Die Reaktion überraschte mich sehr. Aber ich war froh, dass ich dadurch noch früh genug gemerkt habe, dass sie meine Einladung also nicht verstanden hatten und ich sie einfach nochmal wiederholen konnte, bevor ich dann allein bei der Lehrerkonferenz sitze 😉 Aber trotzdem bleibt für mich die Frage, was sie denn dann wohl denken, was ich ihnen bei unserem ersten kurzen Treffen gesagt habe???
„Do you want bread?“ Dieser Satz führte in der Grundschule zu einem lustigen Missverständnis, als ich meine Englischlehrerin fragte, ob sie auch Pausenbrot haben möchte. Denn anstatt sie nach „bread“ zu fragen,  fragte ich sie nach „bukë“, was zwar auf Albanisch Brot bedeutet, sich aber auf  Englisch eher wie „book“ anhört.
Des Weiteren verstand mich leider auch ein Schüler falsch, den ich nach wiederholtem Vergessen seines unterschriebenen Deutschtests daraufhin wies, dass ich mit seinen Eltern sprechen würde, wenn er ihn dann immer noch nicht hat. Da meine Drohung auch nochmal von einem anderen Schüler wiederholt wurde, war ich felsenfest davon überzeugt, dass der Schüler mich richtig verstanden hatte. Am nächsten Tag war tatsächlich der Deutschtest da. Allerdings traf ich auch zufällig seinen Vater, der mich fragte, ob sein Sohn wirklich einen neuen Test hätte schreiben müssen, wenn er mir seinen nicht zurückgegeben hätte. In dem Moment war mir klar, dass die Kommunikation doch nicht  ganz ohne Missverständnisse abgelaufen war.

Aber Missverständnisse liegen nicht nur an Sprachproblemen, sondern es gibt sie auch unter uns Gleichsprachigen.  Die Situation war folgende: Wir hatten noch Essensreste und haben uns überlegt, wann wir sie verarbeiten können. Wir fragten daraufhin Moritz, ob er Lust habe, sich am Abend dafür mit uns zu Treffen. (Zitat Moritz: ) „Ihr wollt euch also nur mit mir treffen, um Essensreste zu verarbeiten. Es ist also schon so weit, dass Essensreste euren Tagesablauf bestimmen.“  Eva war daraufhin voll beleidigt und fing an sich zu rechtfertigen, dass wir uns ja auch so gerne mit ihm treffen würden. Patricia wiederholte verzweifelt die Notwendigkeit des Verwertens des Essens. Moritz schaute uns völlig verwirrt an, er hatte einfach nur den Sachverhalt beschrieben. Nach dem wir längere Zeit diskutieren, rettete uns das Vierohrenmodell von Schultz von Thun  (Link: https://www.google.com/search?q=vierohren&espv=2&biw=1242&bih=580&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwiFj56A-fjRAhUDPBQKHVYdCvMQ_AUIBygC#imgrc=25eGfCG9OaVE8M:) und wir konnten uns am Abend friedlich zu einem gemütlichen Abendessen treffen – natürlich bestehend aus Essensresten 😉

Auch heute steht uns noch ein gemütlicher Abend bevor, denn für uns heißt es Halbzeit. 6 Monate Anders Leben liegen hinter uns und das wollen wir feiern und auch zum Anlass nehmen, euch Danke zu sagen. Danke fürs Lesen, für eure Rückmeldungen, für eure Begleitung und für eure Unterstützung!

Auf weitere schöne 6 Monate, Prost, Gezuar, Tung! 🙂

 

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